18 March 2026, 08:20

500-Milliarden-Fonds entpuppt sich als gigantische Haushalts-Täuschung

Plakat mit Text und Logo, das besagt, dass Amerikaner durch Maßnahmen der Biden-Harris-Regierung zum Eindämmen von Überziehungs- und Scheckgebühren jährlich 5,5 Milliarden Dollar sparen.

Grüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 500-Milliarden-Fonds entpuppt sich als gigantische Haushalts-Täuschung

Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur, Schulen und Klimaschutz gerät in die Kritik, nachdem Berichte zeigten, dass der Großteil der für 2025 vorgesehenen Mittel nicht für neue Investitionen verwendet wurde. Die Grünen hatten darauf gedrängt, dass das Geld zusätzliche Projekte finanzieren sollte – doch neue Zahlen legen nahe, dass 95 Prozent der im vergangenen Jahr aufgenommenen 24,3 Milliarden Euro lediglich bestehende Haushaltsposten ersetzten. Kritiker werfen der Regierung nun vor, Versprechen zur Schuldenpolitik und zu Reformen gebrochen zu haben.

Der Fonds, offiziell im Oktober 2025 gestartet, aber rückwirkend zum Januar datiert, sollte Bundesinvestitionen über die regulären Haushaltsgrenzen hinaus ankurbeln. Die Grünen sicherten sich 100 Milliarden Euro der 500 Milliarden speziell für Klimamaßnahmen und setzten eine Grundgesetzänderung durch, die vorschreibt, dass die Mittel ausschließlich für zusätzliche Vorhaben verwendet werden dürfen. Ihre Unterstützung ermöglichte die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag.

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Doch 2025 stiegen die Bundesinvestitionen nur um 1,3 Milliarden Euro – von 68,6 auf 69,9 Milliarden –, obwohl 24,3 Milliarden aus dem Sondervermögen abgerufen wurden. Das ifo Institut kam zu dem Schluss, dass 95 Prozent dieser Gelder effektiv aus dem Kernhaushalt umgeschichtet wurden, statt in neue Initiativen zu fließen. Der Ökonom Lars Feld vom ifo Institut nannte das Ergebnis "keineswegs überraschend" und machte die SPD für die Vorantreibung des Fonds, die CSU für ihre Mitwirkung und die CDU für mangelnden Widerstand verantwortlich.

Die Opposition nutzt die Erkenntnisse für scharfe Angriffe. FDP-Chef Christian Dürr forderte Kanzler Friedrich Merz auf, seine schuldengetriebene Politik aufzugeben, während die Grünen CDU/CSU und SPD vorwarfen, die grundgesetzliche Schuldenbremse zu umgehen. Merz hatte im Wahlkampf mit Reformen ohne neue Kreditaufnahme geworben – nun steht er im Verdacht, genau das Gegenteil zu tun: Schulden zu machen, ohne die versprochenen Investitionen umzusetzen.

Die Kontroverse wirft Fragen über die Zukunft des Sondervermögens auf. Da nun auch die für Klimaprojekte reservierten 100 Milliarden Euro unter der Lupe stehen, muss die Regierung darlegen, wie die verbleibenden Mittel eingesetzt werden sollen. Die Analyse des ifo Instituts deutet darauf hin, dass ohne strengere Kontrollen der Großteil des Geldes weiterhin bestehende Ausgaben ersetzen – statt sie auszuweiten – könnte.

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