Antifaschistische Proteste in Kreuzberg gegen rechtsextremes Portal Nius
Maria-Theresia ThanelAntifaschistische Proteste in Kreuzberg gegen rechtsextremes Portal Nius
Antifaschistische Aktivist:innen versammelten sich in Kreuzberg, um gegen das rechtsextreme Medienportal Nius zu protestieren
Am vergangenen Wochenende kamen in Berlin-Kreuzberg rund 250 antifaschistische Aktivist:innen am Dragonerareal zusammen, um gegen das als rechtsextrem kritisierte Medienportal Nius zu demonstrieren. Die Kundgebung markierte den Start einer lokalen Protestallianz gegen das Portal, das zuvor die Initiative als "linksextrem" und "steuerfinanziert" diffamiert hatte.
Nius, das seinen Sitz in der Ritterstraße in Kreuzberg hat, steht zunehmend in der Kritik, rechtsextreme Diskurse zu verstärken. Eine aktuelle Analyse der redaktionellen Strategien unter der Leitung von Julian Reichelt wirft dem Portal vor, gezielt die öffentliche Debatte nach rechts zu verschieben. Redner:innen bei der Veranstaltung bezeichneten Nius als "digitalen Pranger", der Stereotype, rassistische Klischees sowie Angriffe auf Geflüchtete, Klimaaktivist:innen und NGOs verbreite.
Trotz seiner polarisierenden Wirkung bleibt der Einfluss des Portals begrenzt: Es zählt nicht zu den 100 meistgenutzten Onlinemedien Deutschlands und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Dennoch lösten seine Methoden Empörung aus – etwa als Nius den Aktivisten Guido Arnold, Mitglied des çapulcu-Kollektivs, ohne Belege anprangerte, sein Foto veröffentlichte und sogar vor dessen Wohnung auftauchte.
Die Protestierenden kündigten an, künftig vor dem Nius-Büro in der Ritterstraße zu demonstrieren. In den Abschlussdiskussionen der Veranstaltung ging es um Gegenstrategien wie Widerstand, Solidarität und Mobilisierung gegen rechtsextreme Medien. Gleichzeitig forderten Teilnehmende mehr Unterstützung für linke Initiativen.
Hinter Nius steht finanziell der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Führungspitze pflegt. Das Portal hatte die Proteste im Vorfeld aggressiv beworben und die "Nein zu Nius"-Kampagne als radikal und staatlich gesteuert darzustellen versucht.
Die Kreuzberger Protestallianz will dem Einfluss von Nius mit organisiertem Widerstand begegnen. Weitere Kundgebungen vor dem Firmensitz sind geplant. Trotz seiner politischen Vernetzung und wohlhabenden Geldgeber operiert das Portal weiterhin unter finanzieller Belastung.






