02 May 2026, 12:22

Brandenburger Schüler erobern mit mutigem Musiktheater die Bühne

Eine Gruppe von Kindern, die auf einer Bühne Musikinstrumente spielen, mit einer Frau in der Mitte, die ein Mikrofon hält, umgeben von Mikrofonstativen und einem Banner im Hintergrund, mit Pflanzen auf der rechten Seite.

Brandenburger Schüler erobern mit mutigem Musiktheater die Bühne

Ein mutiges neues Musiktheaterprojekt bringt zeitgenössische Performance an ländliche Schulen in Brandenburg. Unter dem Titel „Könige und Königinnen – Ein musikalischer Staatsstreich“ vereint die Produktion 32 Kinder, darunter viele mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die gemeinsam mit professionellen Künstlern arbeiten. Die Idee entstand beim Ensemble Quillo, einer Gruppe, die seit über zwei Jahrzehnten moderne Musik über die Stadtgrenzen hinaus zugänglich macht.

Die Show verbindet düstere Fantasie, Komödie und Feierlichkeit: Junge Darsteller schwingt handbemalte Stäbe und schlüpfen in surreale Rollen – vom entenmaskierten Jäger bis zur parodistischen Nachrichtensprecherin. Die Schüler gestalteten jedes Element selbst, von Kostümen über Choreografie bis zum Sound, angeleitet von Experten.

Das Projekt nahm seinen Anfang beim Ensemble Quillo, einem in Falkenhagen ansässigen Kollektiv, das experimentelle Musik in ländliche Regionen bringt. Ihr Ziel war es, etwas Immersion zu schaffen, bei dem das Publikum nicht nur zuschaut, sondern aktiv einbezogen wird. Diesmal lag der Fokus auf jungen Teilnehmern, insbesondere aus Schulen mit Förderangeboten.

Die Proben waren intensiv. Fieby und Helene, Schülerinnen der Clara-Zetkin-Schule, eilten direkt von einer Deutschprüfung, um ihre Texte zu perfektionieren. Ihr Einsatz spiegelt die Hingabe der gesamten Truppe wider, die zwischen 11 und 16 Jahre alt ist. Die Aufführung selbst oszilliert zwischen extremen Kontrasten: Eine gespenstische Szene zeigt ein Mädchen, das von einem schnabelbewehrten, geflügelten Wesen gejagt wird, während eine andere die Nachrichten parodiert – mit einer Moderatorin namens Ente Kross, die zu einer fiktiven Hotline aufruft.

Der Höhepunkt ist schierer Rausch. Die Bühne explodiert förmlich, als die jungen Schauspieler tanzen, ihre Gesichter strahlend vor Stolz. Hinter den Kulissen beobachten Lehrer, wie sich ihre Schützlinge verwandeln. Eine normalerweise zurückhaltende Schülerin entdeckte durch ihre Rolle eine zärtliche, verspieltere Seite. Fachleute aus Kostümdesign, Tanz und Tontechnik begleiteten den Prozess, doch die kreativen Impulse kamen von den Kindern.

Sogar die Requisiten erzählen Geschichten. Die Darsteller nutzen „Regenmacher“ – leuchtend bemalte Stäbe, gefüllt mit Kieselsteinen, die bei jeder Bewegung klappern. Wie weite Teile der Produktion entstanden sie in gemeinsamer Arbeit, eine Mischung aus Kunstfertigkeit und der rohen Energie des jungen Ensembles.

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Die finale Aufführung krönt eine monatelange Reise der Schüler und Künstler. Ihre Arbeit wird im Rahmen von „Musiktheater 360°“ gezeigt, einer Initiative der Musikakademie Rheinsberg. Für die beteiligten Kinder war das Projekt mehr als eine Bühne – es bot ihnen die Chance, Kreativität, Teamarbeit und Selbstvertrauen auf eine Weise zu erleben, wie es ihre Lehrer zuvor nie gesehen hatten. Die Produktion steht als Beweis dafür, was entsteht, wenn professionelle Musiker und ländliche Schulen zusammenarbeiten, um zeitgenössisches Theater neu zu denken.

Quelle