23 May 2026, 22:24

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag – trotz Preiserhöhungen und Kritik an US-Abhängigkeit

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag – trotz Preiserhöhungen und Kritik an US-Abhängigkeit

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft um ein weiteres Jahr verlängert und die bisherigen Konditionen beibehalten. Trotz jüngster Preiserhöhungen läuft die Vereinbarung nun bis zum 30. Juni 2027. Kritiker werfen der Regierung vor, damit die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu festigen, statt nach Alternativen zu suchen.

Ursprünglich hätte der Vertrag im Juni 2026 auslaufen können, wurde jedoch unverändert verlängert. Demzufolge steigen die Kosten für die Microsoft-365-Büroanwendungen ab Juli 2026 um bis zu 13 Prozent. Allein im Jahr 2021 zahlten Behörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro an Microsoft.

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Die Vereinbarung erleichtert öffentlichen Einrichtungen zwar den Zugang zu Microsoft-Produkten, schreibt deren Nutzung aber nicht zwingend vor. Dennoch müssen Organisationen ohne Ausweichmöglichkeiten mit höheren Ausgaben rechnen. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Verlängerung als vertane Chance, sich von US-Anbietern zu lösen.

Frankreich hat bereits Teile seiner Regierungsarbeit auf Nicht-Microsoft-Software umgestellt. Der deutsche Vertrag umfasst nicht die gesamten Ausgaben für US-Technologie, etwa auf Landesebene oder mit anderen großen Konzernen geschlossene Verträge.

Die Verlängerung sichert Microsoft vorerst seine Position in der deutschen öffentlichen Verwaltung. Behörden ohne Alternativlösungen müssen sich auf steigende Kosten einstellen. Die Entscheidung unterstreicht die anhaltende Debatte über digitale Souveränität und die Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern.

Quelle