Ontras plant 68-Kilometer-Wasserstoff-Pipeline für grünen Stahl in Mitteldeutschland
Claudius KeudelOntras plant 68-Kilometer-Wasserstoff-Pipeline für grünen Stahl in Mitteldeutschland
Die Ontras Gastransport GmbH treibt die Pläne für den Bau einer großen Wasserstoff-Pipeline in Mitteldeutschland voran. Die 68 Kilometer lange Trasse soll Wefensleben mit dem Stahlwerk von Salzgitter AG verbinden und ein zentrales Element eines übergeordneten Wasserstoffnetzes bilden. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll bis Ende 2029 erfolgen.
Das Projekt nahm bereits 2020 Gestalt an, als Ontras erste Vorarbeiten aufnahm. Nun ist das formelle Genehmigungsverfahren offiziell eingeleitet worden – ein wichtiger Meilenstein. Die Pipeline mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern wird durch die Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel und Salzgitter führen, bevor sie ihr Ziel erreicht.
Dieser Abschnitt ist Teil eines umfassenden 600 Kilometer langen Wasserstoff-Transportnetzes, das für Ost- und Mitteldeutschland geplant ist. Die Leitung wird eine Schlüsselrolle im Transformationsprogramm SALCOS spielen, das die Produktion von „grünem Stahl“ unter Einsatz von Wasserstoff statt fossiler Brennstoffe anstrebt. Ontras hat die benötigten Rohre bereits bei Mannesmann, einer Tochtergesellschaft der Salzgitter AG, in Auftrag gegeben.
Bevor der Bau beginnt, führt Ontras von Ende Juni bis Anfang August ökologische Untersuchungen durch, um das Vorkommen des Europäischen Feldhamsters entlang der geplanten Route zu prüfen. Zudem wurde im Amtsblatt des Landkreises Wolfenbüttel eine öffentliche Bekanntmachung veröffentlicht, in der der geplante Trassenverlauf dargestellt wird.
Die Inbetriebnahme der Pipeline ist für Dezember 2029 vorgesehen. Sie soll dann die kommerzielle Wasserstoffversorgung von Industriekunden ermöglichen und den Umstieg auf eine CO₂-arme Stahlproduktion bei Salzgitter AG unterstützen. Das Projekt steht im Einklang mit den Bestrebungen, die Wasserstoffinfrastruktur in der Region weiter auszubauen.






