17 March 2026, 12:21

Bundesregierung will BfV mit schärferen Befugnissen gegen hybride Bedrohungen wappnen

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Was gibt es für die Verfassungsreform des Verfassungsschutzes? - Bundesregierung will BfV mit schärferen Befugnissen gegen hybride Bedrohungen wappnen

Die deutsche Bundesregierung plant umfassende Reformen, um die Befugnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) deutlich auszuweiten. Innenminister Alexander Dobrindt will die Behörde zu einem aktiveren Nachrichtendienst mit größerer Handlungsmacht umbauen, der Bedrohungen bereits im Vorfeld abwehren kann. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Warnungen vor hybriden Gefahren – darunter russische Desinformationskampagnen, die auf die Bundestagswahl 2025 abzielen.

Aktuelle Einschätzungen des BfV zeigen, dass Russland bereits jetzt Einflussoperationen für die nächste Wahl vorbereitet. Dazu gehören gefälschte Websites und KI-generierte Inhalte, die mit Gruppen wie "Storm-1516" in Verbindung stehen und die öffentliche Meinung manipulieren sollen – etwa zugunsten der AfD. Als Reaktion hat Berlin bereits den russischen Botschafter einbestellt und Einreiseverbote gegen beteiligte Personen verhängt.

Künftig könnte das BfV auch bei scheinbar harmlosen Vorfällen – wie Sachbeschädigungen oder Desinformationsversuchen – frühzeitig Erkenntnisse weitergeben, sofern diese auf größere Gefahren hindeuten. Zudem soll die Schwelle für die Weiterleitung von Informationen an die Polizei gesenkt werden, um schnellere Reaktionen zu ermöglichen. Darüber hinaus könnte die Behörde präventiv gegen bestimmte Aktivitäten vorgehen, allerdings nur unter strengen rechtlichen Auflagen.

Die Reform zielt auf mehrere Sicherheitslücken ab: Sie soll die Nachverfolgung von Finanzströmen der extremen Rechten verbessern, die Rekrutierung durch Islamisten unterbinden und die Planungen gewaltbereiter linksextremer Gruppen stärker überwachen. Doch die Kontrolle bleibt umstritten. Konstantin von Notz, einziges Oppositionsmitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr), warnt davor, dass sich das BfV zu sehr auf operative Maßnahmen konzentrieren könnte – auf Kosten seiner analytischen Kernaufgabe. Zwar zeigt er sich offen für erweiterte Kompetenzen, fordert aber gleichzeitig schärfere Kontrollmechanismen, um die Einhaltung verfassungsrechtlicher Vorgaben zu garantieren.

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Kritiker verweisen darauf, dass Oppositionsparteien wie die AfD und die Linke im PKGr nicht vertreten sind – was Fragen nach der demokratischen Legitimation und Rechenschaftspflicht aufwirft.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, markierten sie einen grundlegenden Wandel in der Arbeit des deutschen Inlandsnachrichtendienstes: Das BfV würde sich von einer rein analysierenden Behörde zu einer Instanz entwickeln, die gezielt gegen aufkommende Bedrohungen vorgeht. Die Regierung betont, dass die Reformen notwendig seien, um sich gegen neue Risiken zu wappnen – von ausländischer Einmischung bis hin zu extremistischer Gewalt.

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