Bundeswehr unter Druck: Wie Deutschland die Tomahawk-Lücke jetzt schließen will
Frida StiebitzBundeswehr unter Druck: Wie Deutschland die Tomahawk-Lücke jetzt schließen will
Führungskräfte der deutschen Verteidigungspolitik drängen auf rasches Handeln nach Streichung der Tomahawk-Marschflugkörper-Stationierung
Abgeordnete der Unionsfraktion und der SPD fordern Verteidigungsminister Boris Pistorius auf, nach der Absage der Tomahawk-Stationierung umgehend alternative Lösungen zu beschaffen. Ihre Forderungen umfassen eine beschleunigte Entwicklung von Lenkwaffen sowie eine engere europäische Zusammenarbeit, um die Fähigkeiten der Bundeswehr zu stärken.
Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, hat Pistorius aufgefordert, einen Aktionsplan 2029 vorzulegen. Ziel sei es, zügig eine glaubwürdige Abschreckung für die deutschen Streitkräfte aufzubauen. Erndl betonte zudem, man dürfe sich nicht nur auf traditionelle Lieferanten verlassen – vielmehr könnten junge deutsche Unternehmen innovative Lösungen für Marschflugkörper bieten.
Siemtje Möller, verteidigungspolitische Expertin der SPD, unterstützte den Appell nach Tempo, setzte jedoch den Fokus auf die europäische Zusammenarbeit. Sie verwies auf bestehende technologische Kompetenzen in Deutschland und anderen europäischen Ländern und plädierte für einen schnellen Ausbau der Raketenproduktion. Möller regte zudem an, Partnerschaften mit der Ukraine zu prüfen, insbesondere bei der Weiterentwicklung des dortigen FP-5-Flamingo-Marschflugkörpersystems.
Der Druck entsteht vor dem Hintergrund der deutschen Entscheidung, auf die Stationierung US-amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper zu verzichten. Sowohl Erndl als auch Möller sind sich einig, dass Verzögerungen bei der Suche nach Ersatzlösungen die defensive Handlungsfähigkeit der Bundeswehr schwächen könnten.
Die Forderungen nach schnellem Handeln kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland die Lücke schließen muss, die durch den Wegfall der Tomahawk-Stationierung entstanden ist. Nun werden eine Kombination aus heimischer Innovation, europäischer Kooperation und möglichen Partnerschaften mit der Ukraine in Betracht gezogen. Die nächsten Schritte des Verteidigungsministeriums werden zeigen, wie zügig die Bundeswehr ihre Fähigkeiten zur präzisen Fernbekämpfung ausbauen kann.






