10 May 2026, 12:18

Felix Banaszak fordert Männer auf, Feminismus aktiv mitzugestalten – doch nicht alle sind überzeugt

Ein Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind genderneutral" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Felix Banaszak fordert Männer auf, Feminismus aktiv mitzugestalten – doch nicht alle sind überzeugt

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich dafür ein, dass Männer eine aktivere Rolle im Feminismus einnehmen. Seine Argumentation: Starre Geschlechterrollen schadeten allen – nicht nur Frauen –, und Männer müssten sich gegen Gewalt und Ungleichheit stellen. Sein Ansatz hat eine Debatte ausgelöst, bei der einige Frauen infrage stellen, warum er bei Männerfragen gerade ihre Meinung einhole.

Erstmals wandte sich Banaszak in einem Playboy-Interview zu Beginn dieses Jahres an junge Männer. Später räumte er ein, sein anfänglicher Ton sei möglicherweise zu konfrontativ gewesen – besonders nach den Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe gegen den Schauspieler Christian Ulmen. Die Kontroverse veranlasste ihn, seine Botschaft anzupassen.

Seine Haltung steht im scharfen Kontrast zu der des AfD-Politikers Maximilian Krah, der jüngst in einem Video vor der Europawahl 2024 jungen Männern, die Schwierigkeiten bei der Partnersuche hätten, riet, sie sollten „nach rechts“ tendieren. Banaszak hingegen setzt auf symbolische Gesten: Er strich sein Büro pink – eine Farbe, die er offen mag –, um traditionelle Männlichkeitsbilder herauszufordern.

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Auf dem Bundeskongress der Frauenräte hinterfragten einige Teilnehmerinnen, ob Banaszaks „Männerpolitik“ überhaupt notwendig sei. Sie fragten sich, warum er Frauen zu Themen befrage, die Männer betreffen. Doch seine Partei hat eine lange Tradition, Männerrollen zu thematisieren: Sven Lehmann, der 2010 das Männer-Manifest der Grünen mitverfasste, ist überzeugt, dass veraltete Einstellungen in der Partei längst an Einfluss verloren haben.

Die politische Spaltung wird deutlich: Bei der letzten Bundestagswahl wählten junge Männer unter 24 mehrheitlich die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen eher links der Mitte stehende Parteien bevorzugten. Diese Kluft unterstreicht die kulturellen Spannungen, die Banaszak anzugehen versucht.

Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten pinkfarbene Handschuhe auf dem Platz trug, erntete damals kaum Kritik. Der Vergleich zeigt, wie langsam sich manche Einstellungen ändern – und wie viel Arbeit Banaszak noch vor sich sieht.

Banaszak besteht darauf, dass Männer sich für Gewalt gegen Frauen und die Systeme, die sie ermöglichen, schämen sollten. Seine Kampagne zielt darauf ab, Männlichkeit von innen heraus neu zu definieren – auch wenn Skepsis bleibt. Die Diskussion über seine Methoden wirft grundlegendere Fragen auf: über Geschlecht, Politik und die Frage, wer Fortschritt überhaupt bestimmen darf.

Quelle