16 March 2026, 16:26

Deutsche Bahn droht mit Streichungen von Zugverbindungen in Bayern wegen maroder Schienen

Eine alte Karte des Basel-Strasburg-Gebiets in Deutschland, die den Verlauf der Bahnstrecke anzeigt.

Marode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn droht mit Streichungen von Zugverbindungen in Bayern wegen maroder Schienen

Deutsche Bahn könnte Zugverbindungen in Bayern streichen – marode Schieneninfrastruktur als Grund

Die Warnungen kamen nach einem Treffen zwischen der Konzernchefin des Unternehmens und Vertretern der Landesregierung. Verkehrsverantwortliche räumen ein, dass die Infrastruktur nach Jahren der Vernachlässigung schwer gelitten hat.

Mögliche Streichungen von Verbindungen machte der CSU-Verkehrsexperte Jürgen Baumgärtner im bayerischen Landtag öffentlich. Er äußerte sich nach Gesprächen mit der Deutschen-Bahn-Chefin Evelyn Palla. Sowohl Palla als auch Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) stimmten überein, dass sich das bayerische Schienennetz nach Jahrzehnten der Unterfinanzierung in einem kritischen Zustand befindet.

Besonders betroffen ist die Strecke München–Rosenheim, eine wichtige Verbindung, die Deutschland über den Brennerpass mit Österreich und Italien verbindet. Bernreiter lehnte einen früheren Plan der Deutschen Bahn ab, diese Strecke 2028 monatelang komplett zu sperren. Stattdessen bestehe er darauf, Ausfälle wo immer möglich zu vermeiden.

Palla warnte, dass die Sanierung der bayerischen Schieneninfrastruktur allein noch einmal zehn Jahre in Anspruch nehmen werde. Bundesweit stehen bis mindestens 2036 über 40 große Streckenabschnitte vor umfassenden Modernisierungen. Unterdessen schlug DB Infrago, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, vor, die Trassenvergabe anzupassen, um Kapazitäten und Servicequalität besser in Einklang zu bringen.

Offiziell hat die Deutsche Bahn bisher keine Streichungen bestätigt. Eine Entscheidung wird bis Ende dieser oder spätestens Anfang nächster Woche erwartet. Die Grünen forderten die Landesregierung auf, die Mittel für dringende Reparaturen deutlich aufzustocken.

Bayerns Schienennetz bleibt unter Druck – mit notwendigen Großsanierungen noch ein Jahrzehnt entfernt. Nun muss das Land entscheiden, wie der Betrieb aufrechterhalten werden kann, während die langfristigen Instandsetzungsarbeiten laufen. Etwaige Streichungen würden Pendler und Reisende in Richtung Österreich, Italien und darüber hinaus treffen.

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