17 March 2026, 00:23

Deutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Initiative für Afrikas Kreditlücken

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Deutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Initiative für Afrikas Kreditlücken

Deutsche Bank und British International Investment starten 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsinitiative

Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar auf den Weg zu bringen. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Kreditvergabe in unterversorgten afrikanischen Märkten zu stärken. Es handelt sich dabei um die erste formelle Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen.

Das neue Programm funktioniert als unfundiertes Risikobeteiligungsmodell. Innerhalb dieser Struktur übernimmt die BII die Rolle eines finanziellen Auffangnetzes für lokale Partner der Deutschen Bank. Dieser Ansatz verringert das Risiko für das deutsche Geldinstitut, während gleichzeitig die Kreditverfügbarkeit in Regionen erhöht wird, die von globalen Banken oft vernachlässigt werden.

Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der viele internationale Banken seit 2021 ihre Aktivitäten in Afrika zurückfahren. Institute wie Standard Chartered, Barclays und HSBC haben ihre Präsenz reduziert oder sich vollständig zurückgezogen. Besonders betroffen sind Westafrika – darunter Nigeria und Ghana – sowie Ostafrika, etwa Kenia und Tansania. Regulatorische Hürden, Währungsschwankungen und schrumpfende Gewinnmargen haben diesen Rückzug vorangetrieben.

Laut Schätzungen der Afrikanischen Entwicklungsbank besteht auf dem Kontinent ein jährliches Handelsfinanzierungsdefizit von 100 Milliarden US-Dollar. Kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda sind von den größten Engpässen betroffen. Mit ihrer Initiative will die Deutsche Bank diese Lücke verringern, indem sie die Kreditvergabe in Märkten fördert, aus denen sich größere Banken zurückgezogen haben.

Unterdessen hat die Bank auch Veränderungen in ihrer Führungsetage vorgenommen. Gerald Podobnik hat Ole Matthiessen als Co-Leiter des globalen Firmenkundengeschäfts abgelöst. Die Ernennung fällt in eine Phase, in der die Aktie der Deutschen Bank bei 25,80 Euro notiert – rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Das 150-Millionen-Dollar-Programm wird dringend benötigte finanzielle Unterstützung für Unternehmen in Afrikas unterversorgten Regionen bereitstellen. Durch die Risikoteilung mit der BII strebt die Deutsche Bank an, einen Teil des Handelsfinanzierungsdefizits des Kontinents zu schließen. Die Partnerschaft könnte als Vorbild für ähnliche Kooperationen in der Zukunft dienen.

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