Deutschland privatisiert Sefe – und sichert so seine Energiezukunft nach Gazprom-Aus
Maria-Theresia ThanelDeutschland privatisiert Sefe – und sichert so seine Energiezukunft nach Gazprom-Aus
Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Gazprom Germania, um seine Energiezukunft zu sichern. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Unterdessen halten die Spannungen um die Gasversorgung in Osteuropa an – insbesondere die Republik Moldau sieht sich mit möglichen Lieferkürzungen durch Russlands Gazprom konfrontiert.
Die deutsche Regierung hatte die Kontrolle über Sefe übernommen, nachdem Russlands Angriff auf die Ukraine die Verbindungen zum früheren Mutterkonzern Gazprom abgebrochen hatte. Nun muss Berlin seinen Anteil am Energieunternehmen bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren – eine Vorgabe der Europäischen Kommission. Gleichzeitig prüfen Beamte eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur. Sefe, das kritische Infrastruktur wie Gasspeicher und Pipelines betreibt, betonte, seine Kerngeschäfte zusammenzuhalten, statt Vermögenswerte aufzuspalten oder einzeln zu veräußern.
In Serbien hat die US-Regierung eine letzte einmonatige Ausnahmegenehmigung von Sanktionen für die staatliche Ölgesellschaft Naftna Industrija Srbije (NIS) erteilt, an der russische Unternehmen mehrheitlich beteiligt sind. Das US-Finanzministerium hatte Gazprom Neft ursprünglich 45 Tage Zeit eingeräumt, um seine Anteile an NIS abzugeben – diese Frist wurde nun verlängert.
Weiter östlich erwägt die Republik Moldau die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz, während der Konflikt mit Gazprom eskaliert. Der russische Energieriese, der die Hälfte von Moldovagaz besitzt, hat gedroht, die Gaslieferungen an die Moldau ab dem 1. Januar 2023 einzustellen.
Die Privatisierung von Sefe durch Deutschland markiert einen entscheidenden Schritt bei der Neuausrichtung des Energiesektors nach dem Bruch mit russischen Beteiligungen. Die Maßnahme könnte auch die regionale Energiesicherheit beeinflussen, während die Moldau nach Alternativen zu Gazproms Dominanz sucht. Die Verlängerung der US-Ausnahmegenehmigung für NIS hingegen schafft zwar vorübergehend Entlastung, wirft aber weiterhin Fragen zur langfristigen Lösung auf.






