Die "Pizza-Connection" und die unvollendete Annäherung von CDU und Grünen
Claudius KeudelDie "Pizza-Connection" und die unvollendete Annäherung von CDU und Grünen
In den mittleren 1990er-Jahren trafen sich junge Politiker der Grünen und der CDU regelmäßig in einem italienischen Restaurant in Bonn. Diese Zusammenkünfte, die später als „Pizza-Connection“ bekannt wurden, zählten Persönlichkeiten wie Cem Özdemir, Peter Altmaier und Armin Laschet zu ihren Teilnehmern. Die Medien deuteten diese Treffen damals als Zeichen einer wachsenden Annäherung zwischen den beiden Parteien.
Trotz vereinzelter Kooperationen kam es jedoch nie zu einer bundesweiten Koalition zwischen Grünen und CDU. Chancen dafür ergaben sich 2013, 2017 und 2021 – doch jedes Mal scheiterten die Verhandlungen. Für ein solches Bündnis müssten beide Seiten alte Konflikte überwinden und sich auf Kompromisse einlassen.
Eine schwarz-grüne Koalition stünde von mehreren Seiten in der Kritik. Sowohl die linke Opposition als auch populistische Lobbygruppen würden dem Bündnis vermutlich Widerstand entgegensetzen. Dennoch gibt es politische Schnittmengen, etwa in der Außenpolitik, der Europapolitik und in der Verteidigung, die als gemeinsame Basis dienen könnten.
Die vorgesehene Aufgabe einer solchen Koalition wäre es, zentrale Herausforderungen anzugehen: Klimaschutz, geopolitische Stabilität, Wirtschaftspolitik und Landesverteidigung. Befürworter argumentieren mittlerweile, dass diese Partnerschaft die letzte Chance für die traditionelle Parteidemokratie in Deutschland sein könnte.
Die Wahl Cem Özdemirs zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg offenbarten indes die inneren Spannungen in beiden Parteien. Zwar bleibt eine Zusammenarbeit möglich, doch für eine stabile Koalition müsste tief verwurzelter Widerstand überwunden werden. Der Weg zu einer schwarz-grünen Regierung bleibt ungewiss – aber nicht ausgeschlossen.






