17 April 2026, 12:23

Drogerien als neue Arztpraxen: Warum Kunden medizinische Leistungen beim Einkauf wollen

Schwarz-weißes Foto eines alten Apothekenladens mit einem zentralen Tresen, auf dem verschiedene Gegenstände ausgebreitet sind, Regalen im Hintergrund mit Flaschen und Artikeln gefüllt und Text unten, der darauf hinweist, dass es sich um eine Apotheke handelt.

Drogerien als neue Arztpraxen: Warum Kunden medizinische Leistungen beim Einkauf wollen

Eine neue Umfrage von Deloitte zeigt, dass viele Deutsche mit der medizinischen Versorgung in ihrem Land unzufrieden sind. Rund ein Drittel der Befragten gab an, von langen Wartezeiten und eingeschränktem Zugang frustriert zu sein. Nun prüfen Einzelhändler Möglichkeiten, diese Lücke zu schließen, indem sie medizinische Dienstleistungen direkt im Geschäft anbieten.

Die Idee gewinnt an Fahrt: 60 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, ausgewählte medizinische Leistungen während des Einkaufs in Anspruch zu nehmen. Besonders Drogerien wurden von 39 Prozent der Teilnehmer als vertrauenswürdigster Ort für solche Angebote genannt.

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Die Umfrage beleuchtet die Hauptgründe, warum Verbraucher zu medizinischen Dienstleistungen im Einzelhandel greifen könnten. Kürzere Wartezeiten, einfache Terminbuchung und die bequeme Lage der Geschäfte standen ganz oben auf der Liste der Vorteile. Traditionelle Arzttermine sind dagegen oft mit Verzögerungen verbunden – ein Hauptärgernis für viele Befragte.

Mehr als die Hälfte der Interessierten – 52 Prozent – gab an, sie würden ihr Stammgeschäft wechseln, wenn dieses medizinische Leistungen anböte. Das deutet auf eine klare Chance für Händler hin, neue Kunden zu gewinnen. Diagnostische Untersuchungen wie Seh- oder Hautchecks waren dabei mit 43 Prozent die beliebteste Wahl.

Doch nicht alle sind überzeugt: Fast die Hälfte der Skeptiker äußerte Bedenken hinsichtlich der Qualität. Dennoch besteht Interesse an begleitenden Produkten wie Nahrungsergänzungsmitteln oder medizinischen Hilfsmitteln, die parallel zu diesen Dienstleistungen angeboten werden könnten.

Für Einzelhändler könnten medizinische Angebote ein Alleinstellungsmerkmal sein. Durch vertrauenswürdige Services ließen sich Kunden anziehen, die Bequemlichkeit suchen – gleichzeitig könnte das Sortiment erweitert werden.

Die Ergebnisse deuten auf einen Wandel im Verständnis von medizinischer Versorgung hin. Wenn Händler die Qualitätsbedenken ausräumen, könnten sie künftig eine größere Rolle bei der Gesundheitsversorgung spielen.

Die Umfrage offenbart ein wachsendes Interesse an medizinischen Dienstleistungen im Einzelhandel, getrieben von Bequemlichkeit und kürzeren Wartezeiten. Drogerien scheinen besonders gut positioniert, um diese Nachfrage zu bedienen – viele Verbraucher stehen der Idee bereits offen gegenüber. Für Händler könnte das neue Wege eröffnen, Kunden zu gewinnen und den Absatz verwandter Produkte zu steigern.

Doch entscheidend wird sein, hochwertige Leistungen anzubieten, um auch die letzten Skeptiker zu überzeugen.

Quelle