23 May 2026, 16:25

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland kämpfen gegen Hass und Kürzungen

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland kämpfen gegen Hass und Kürzungen

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit und Gewalt ausgesetzt

Ein neuer Bericht zeigt: 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten in Deutschland waren bereits antifeministischen Angriffen ausgesetzt – einige erhielten sogar Todesdrohungen. Die Zunahme solcher Vorfälle fällt zusammen mit Kürzungen bei der Finanzierung und gezielten Sachbeschädigungen, die ihre Arbeit bundesweit zusätzlich gefährden.

Allein im Jahr 2024 verzeichnete die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt fast zehn pro Woche. Die Angriffe reichen von digitaler Hetze bis zu physischer Einschüchterung: In Baden-Württemberg erschienen Rechtsextreme vor der Haustür einer Beauftragten, eine andere erhielt Morddrohungen – ein deutliches Zeichen für die eskalierende Bedrohungslage.

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Auch öffentliche Symbole der Gleichstellung geraten ins Visier. Orangefarbene Bänke, Teil der UN-Kampagne „Orange the World“ gegen geschlechtsspezifische Gewalt, wurden in mehreren Städten beschädigt. In Osnabrück wurde eine Bank mit Hakenkreuzen und Parolen beschmiert, in Wiesbaden verschwand eine komplett. In Annweiler veränderten Unbekannte den Aufdruck der Bank, um Gewalt gegen Frauen zu verherrlichen.

Die Lage verschärft sich zudem durch massive Kürzungen in den Kommunen: Viele Gleichstellungsstellen sehen sich mit leeren Kassen konfrontiert und kämpfen ums Überleben. Beim BAG-Kongress in Lübeck trafen sich kürzlich 70 Gleichstellungsbeauftragte unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“, um Widerstandsstrategien zu beraten. Im Fokus standen der Aufbau von Bündnissen und Netzwerken, um der wachsenden antifeministischen Bewegung etwas entgegenzusetzen.

Antifeminismus hat sich längst als organisierte politische Kraft etabliert, die gezielt Frauen- und Queerrechte angreift. Zu den Methoden zählen Hetzkampagnen, die Aushöhlung von Fördergeldern und die Sabotage von Gleichstellungsprojekten.

Die Angriffe auf Gleichstellungsbeauftragte und ihre Arbeit reißen nicht ab. Mit schrumpfenden Budgets und zunehmender Gewalt wird ihre Handlungsfähigkeit immer weiter eingeschränkt. Der Kongress in Lübeck war ein wichtiger Schritt in Richtung gemeinsamer Gegenwehr – doch die Herausforderungen bleiben enorm.

Quelle