10 June 2026, 20:20

Grüne fordern Aufklärung über Verbindungen zwischen Christentum und Rechtsextremismus

"Totalitarische Tendenzen": Konservative Christen verteidigen sich gegen Grünen-Anfrage

Grüne fordern Aufklärung über Verbindungen zwischen Christentum und Rechtsextremismus

Die Grünen in Deutschland haben eine offizielle Kleine Anfrage im Bundestag eingereicht, um mögliche Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und rechtsextremen Strömungen zu untersuchen. Die Partei fordert die Bundesregierung auf, Ausmaß, Strukturen und Gefahrenpotenzial dieser Gruppen offenzulegen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender medialer Berichte über mutmaßliche Verknüpfungen zwischen konservativ-christlichen Kreisen und rechtsextremen Bewegungen.

In der Kleine Anfrage der Grünen werden mehrere Personen und Organisationen genannt, die derzeit unter Beobachtung stehen. Dazu gehört eine Sekte mit Sitz in Pforzheim, die bereits vom Verfassungsschutz überwacht wird, sowie bekannte Vertreter der konservativen Freikirchenszene wie Leonard Jäger. Außerdem werden Gruppen wie die Alliance Defending Freedom International (ADF) und der Bundesverband Lebensrecht (Bundesverband für das Recht auf Leben) genannt, einschließlich der jährlichen Marsch für das Leben-Veranstaltung.

Die Anfrage zielt zudem darauf ab, mögliche Verbindungen zwischen christlich-fundamentalistischen Meinungsmachern und rechtsextremen Netzwerken aufzudecken – darunter auch die Alternative für Deutschland (AfD). Öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF haben kürzlich Dokumentationen ausgestrahlt, die konservative Christen kritisch beleuchten und damit die öffentliche Debatte anheizen.

Kritiker der Anfrage zeigen sich empört. Leonard Jäger wirft den Grünen vor, christlich-konservative Positionen moralisch diskreditieren zu wollen. Tobias Riemenschneider, ein konservativer reformierter Pastor, argumentiert, die Initiative ziele darauf ab, lang etablierte christliche Überzeugungen zu stigmatisieren und zu kriminalisieren. Die Grünen hingegen bestehen auf politische Maßnahmen, um digitale Inhalte mit extremistischem christlichem Hintergrund zu entfernen.

Die Kleine Anfrage verlangt von der Regierung Transparenz über extremistische Verstrickungen in fundamentalistisch-christlichen Kreisen. Zudem werden Schritte vorgeschlagen, um digitale Inhalte, die solche Ideologien verbreiten, einzudämmen. Die Debatte spiegelt die wachsenden Spannungen wider zwischen politischen Bemühungen, Extremismus zu bekämpfen, und der Sorge vor einer pauschalen Zielnahme religiöser Gruppen.

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