05 June 2026, 16:36

Kirsten Bruhn wird Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins – ein Leben für Inklusion und Sport

Paralympische Meisterin Kirsten Bruhn wird Ehrenbürgerin

Kirsten Bruhn wird Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins – ein Leben für Inklusion und Sport

Kirsten Bruhn, eine der erfolgreichsten paralympischen Schwimmerinnen Deutschlands, ist zur Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins ernannt worden. Damit ist sie erst die zweite Frau, die diese Auszeichnung erhält. Ihre Verdienste reichen weit über den Sport hinaus: Seit Jahrzehnten setzt sie sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein und stellt gesellschaftliche Vorurteile infrage.

Bruhns Weg begann im Alter von nur drei Jahren, als ihr Vater sie mit einem klaren Ultimatum in den Wettkampfsport drängte: Schwimmen lernen oder mit Konsequenzen rechnen. Als jüngstes von fünf Geschwistern war sie oft die Kleinste und Schwächste – doch das stärkte nur ihren Willen. Schon als Teenager trainierte sie sechs Stunden am Tag, nicht weil ihre Eltern sie dazu zwangen, sondern weil sie es selbst wollte.

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Ein Motorradunfall im Jahr 1991 veränderte ihr Leben, doch nicht ihren Antrieb. Bei den Paralympischen Spielen holte sie zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen. Ihre Familie, insbesondere ihr Vater, stand ihr während der Rehabilitation und ihrer gesamten Karriere zur Seite.

Nach dem Ende ihrer Sportlaufbahn arbeitete Bruhn für eine Krankenkasse, blieb aber weiterhin eine engagierte Aktivistin. Bekannt für ihren starken Charakter, kritisiert sie offen, wie die Gesellschaft Behinderungen wahrnimmt. In einem Film des Landes Schleswig-Holstein äußerte sie ihren Frust darüber, dass oft die Einschränkungen und nicht die Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen. Ihre Botschaft ist klar: Menschen mit Behinderung sollten für das anerkannt werden, was sie können – nicht für das, was sie nicht können.

Ihr unermüdlicher Einsatz für mehr Sichtbarkeit und Förderung im Behindertensport hat sie zu einer führenden Stimme der Bewegung gemacht. Die Ehrenbürgerschaft würdigt sowohl ihr sportliches Erbe als auch ihren nachhaltigen Einfluss auf den gesellschaftlichen Wandel.

Die Auszeichnung durch Schleswig-Holstein unterstreicht Bruhns Doppelfunktion als Spitzenathletin und unermüdliche Kämpferin für Inklusion. Ihre Arbeit hat die Debatte über Behinderung verändert und für mehr Respekt und Teilhabe gesorgt. Gleichzeitig erinnert die Ehrung an ihr bleibendes Vermächtnis – im Sport wie in der Gesellschaft.

Quelle