Kostenloses Reparaturcafé in Bremen: Wie ein Syrien-Flüchtling Elektroschrott rettet
Claudius KeudelKostenloses Reparaturcafé in Bremen: Wie ein Syrien-Flüchtling Elektroschrott rettet
Karem Hasan betreibt in Bremens Stadtteil Neue Vahr ein kostenloses Reparaturcafé. Hinter der Heilig-Geist-Kirche gelegen, hilft die Werkstatt Anwohnern, defekte Geräte zu reparieren, statt sie wegzuwerfen. Hasan eröffnete das Café nur acht Monate nach seiner Ankunft in der Stadt.
2018 floh Hasan aus Syrien und ließ sich in Bremen nieder, wo er inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Vor seiner Ausreise arbeitete er in Damaskus als Elektroniker und Berufsschullehrer. Eine Rückkehr nach Syrien kommt für ihn nicht infrage.
Das Reparaturcafé hat jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr in der August-Bebel-Allee 276 geöffnet. Zusätzlich gibt es vereinzelt Termine unter der Woche. Hasan bietet seine Dienstleistungen kostenlos an, doch Kunden bringen oft eigene Ersatzteile mit oder erhalten von ihm Hilfe bei der Beschaffung. Seine Frau und ein ukrainischer Praktikant unterstützen ihn bei der Arbeit.
Im Dezember 2024 trat Hasan der SPD bei. Seine Arbeit wird ab Juli einfacher, wenn das neue „Recht auf Reparatur“ in Kraft tritt. Das Café bietet eine praktische Lösung, um die Lebensdauer von Haushaltsgeräten zu verlängern. Mit der bevorstehenden Gesetzgebung, die Reparaturinitiativen fördert, fügen sich Hasans Bemühungen in die größeren Anstrengungen ein, Abfall zu reduzieren. Die Werkstatt bleibt eine Gemeinschaftsressource – jeden Samstagmorgen für alle geöffnet.






