Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanz in der Favela
Claudius KeudelLia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanz in der Favela
Die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues ist mit dem Katholischen Kunst- und Kulturpreis Deutschland ausgezeichnet worden, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die feierliche Verleihung fand am 28. September 2021 in der Pina-Bausch-Halle in Solingen statt. Gewürdigt wurde Rodrigues für ihre mutige künstlerische Vision und ihr Engagement, gesellschaftlichen Wandel durch Tanz voranzutreiben.
Der Preis ehrt ihr Lebenswerk, insbesondere ihre Entscheidung im Jahr 2004, ihre Tanzkompanie in eine Favela in Rio de Janeiro zu verlegen. Mit diesem Schritt stellt sie traditionelle Machtstrukturen infrage und macht Kunst über elitäre Kreise hinaus zugänglich.
Während der Zeremonie trug die Tänzerin Ruth Amarante auf Rodrigues’ Wunsch eine „getanzte Laudatio“ vor. Bischof Dr. Georg Bätzing lobte sie dafür, mit ihrem Tanztheater die Perspektiven des globalen Nordens zu hinterfragen. Auch Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, hob ihr unermüdliches Eintreten für soziale Gerechtigkeit hervor.
Der Katholische Kunst- und Kulturpreis, der seit 1990 alle zwei bis vier Jahre verliehen wird, zelebriert herausragende Leistungen in verschiedenen kreativen Disziplinen. Rodrigues nahm die Auszeichnung mit Dankbarkeit entgegen und betonte ihre Hoffnung auf eine weitere Entwicklung inklusiver Kunst.
Die mit 25.000 Euro verbundene Ehrung würdigt Rodrigues’ Verbindung von Aktivismus und Tanz. Ihre Arbeit in marginalisierten Gemeinschaften hat neu definiert, wem Kunst dient. Die Preisverleihung in Solingen unterstrich ihren Einfluss – sowohl lokal als auch global.






