Mainz baut 220-Meter-Pipeline unter dem Rhein mit neuartiger Bohrtechnik
Claudius KeudelMainz baut 220-Meter-Pipeline unter dem Rhein mit neuartiger Bohrtechnik
Großes Infrastrukturprojekt in Mainz: Neue 220-Meter-Pipeline unter dem Rhein
In Mainz beginnt demnächst ein bedeutendes Infrastrukturvorhaben: Eine neue, 220 Meter lange Pipeline wird unter dem Rhein verlegt. Die bestehende Leitung, die im Laufe der Zeit Schäden davongetragen hat, soll aus Kostengründen nicht repariert, sondern ersetzt werden. Die Arbeiten starten am 11. Mai und markieren das erste Mal, dass in der Stadt für eine solche Installation das Verfahren des horizontalen Richtbohrens eingesetzt wird.
Die neue Pipeline wird vom Bereich Ingelheimer Aue in der Nähe der Gassnerallee bis zum Kanalsystem am Mombacher Kreisel verlaufen. Mit einem Durchmesser von 71 Zentimetern wird sie in Tiefen von bis zu zehn Metern unter dem Flussbett verlegt. Um die Haltbarkeit zu erhöhen, erhält die Leitung einen Schutzmantel, der sie widerstandsfähiger gegen Beschädigungen macht und zukünftige Wartungsarbeiten erleichtert.
Für die Verlegung kommt das horizontale Richtbohren zum Einsatz – eine Methode, bei der zunächst ein Pilotbohrloch erstellt wird. Dieses wird anschließend aufgeweitet, um einen Kanal zu schaffen, durch den die Pipeline gezogen werden kann. Der Wirtschaftsbetrieb Mainz hat sich für diese Technik entschieden, da sie effizienter ist und im Vergleich zu herkömmlichen offenen Bauweisen deutlich weniger Störungen verursacht.
Die Bauarbeiten sollen bis Ende August 2026 andauern. Hintergrund des Projekts ist die Entscheidung, dass eine Sanierung der bestehenden, teilweise beschädigten Leitung wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre.
Nach Fertigstellung wird die Pipeline eine zuverlässige Verbindung für Versorgung und Entsorgung zwischen wichtigen Gebieten in Mainz gewährleisten. Durch den Einsatz des horizontalen Richtbohrens und des Schutzmantels soll die Lebensdauer des Systems verlängert und der langfristige Wartungsaufwand reduziert werden. Das Vorhaben stellt eine bedeutende Modernisierung der unterirdischen Infrastruktur der Stadt dar.






