Millardenauftrag für F126-Fregatten: Wer sichert sich das größte Marineprojekt seit Jahrzehnten?
Claudius KeudelMillardenauftrag für F126-Fregatten: Wer sichert sich das größte Marineprojekt seit Jahrzehnten?
Entscheidung über 10-Milliarden-Euro-Fregattenprogramm F126 der Marine steht bevor
Das F126-Fregattenprogramm der Deutschen Marine im Wert von rund 10 Milliarden Euro nähert sich einer entscheidenden Weichenstellung. Noch im Rennen sind Rheinmetall und ein weiterer Mitbewerber, wobei das Verteidigungsministerium seine Wahl voraussichtlich bis Ende April bekannt geben wird. Die Entscheidung wird die Stimmung an den Märkten für Rüstungsunternehmen wie RENK und ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) prägen, deren Aktienkurse in letzter Zeit aufgrund der Unsicherheit gesunken sind.
Der Auftrag, der den Bau von sechs neuen Fregatten umfasst, könnte bereits in diesem Sommer vergeben werden. Unterdessen meldete RENK starke Finanzzahlen, darunter einen Rekordumsatz von 1,37 Milliarden Euro und eine Verdopplung des Nettogewinns im Jahr 2025.
Rheinmetall konkurriert darum, Hauptauftragnehmer für das F126-Programm zu werden – das größte Neubauvorgaben der Deutschen Marine seit Jahrzehnten. Das Verteidigungsministerium prüft derzeit dessen Angebot zusammen mit einer weiteren Option und wird die endgültige Entscheidung voraussichtlich erst Ende April treffen. Bei einer Zusage würde der Auftrag die Produktion langfristig bis in die 2040er Jahre sichern.
Die anhaltende Unsicherheit belastet die Rüstungswerte. TKMS verzeichnete trotz eines Rekordauftragsbestands von über 20 Milliarden Euro einen Kursrückgang von mehr als 20 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage – der Aktienkurs fiel bis Mitte März 2026 auf etwa 78 bis 79 Euro. RENK verlor rund 3 Prozent, während TKMS an einem einzigen Tag fast 7 Prozent einbüßte, nachdem Anleger auf die Verzögerung der F126-Entscheidung reagierten.
Laut dem jüngsten Finanzbericht von RENK verbuchte das Unternehmen 2025 ein starkes Wachstum: Der Umsatz stieg auf 1,37 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs auf 6,68 Milliarden Euro, und der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert RENK einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Aktionäre profitieren zudem von einer um 38 Prozent erhöhten Dividende in Höhe von 0,58 Euro pro Aktie, wobei der Ex-Dividendentag auf den 11. Juni 2026 festgelegt wurde.
Die F126-Entscheidung ist nun ein zentraler Faktor für Anleger und wird voraussichtlich die Marktentwicklung bis zum nächsten Quartalsbericht von RENK am 6. Mai 2026 beeinflussen. Analysten weisen darauf hin, dass der vorläufige MEKO-Fregattenvertrag zwar langfristige Stabilität bietet, doch breitere Markttrends weg von Rüstungswerten die positiven Fundamentaldaten – wie die erhöhte Umsatzprognose von TKMS für 2026 – überlagern.
Die Vergabe des F126-Auftrags wird die nächste Phase für die deutsche Rüstungsindustrie einläuten. Eine Entscheidung bis Ende April könnte die Aktienkurse von RENK und TKMS stabilisieren, die beide unter der aktuellen Unsicherheit leiden. Mit einem Budget von 10 Milliarden Euro und langfristigen Arbeitsplatzgarantien verspricht das Programm erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen für den ausgewählten Auftragnehmer.
RENKs solide Finanzperformance und die Dividendenerhöhung stehen im Kontrast zu den jüngsten Kursschwankungen. Dennoch wird die Unsicherheit vor der Bekanntgabe des Verteidigungsministeriums voraussichtlich weiter anhalten.






