16 March 2026, 10:22

Niedersachsens Innenministerin fordert Ultras zum Gewaltverzicht vor Hannover-Derby auf

Ein Fussballspiel im Gange mit Spielern in Sportkleidung und Helmen auf dem Feld, Zuschauern, Geländern und Tafeln mit Text im Hintergrund.

Innenminister: Ultras haben ein Problem in den eigenen Reihen - Niedersachsens Innenministerin fordert Ultras zum Gewaltverzicht vor Hannover-Derby auf

Vor dem mit Spannung erwarteten Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig hat Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens die Ultra-Gruppen aufgefordert, Gewalt in den eigenen Reihen entschlossen zu bekämpfen. Das Spiel, das am Freitag um 18:30 Uhr in Hannover stattfindet, rückt die Stadionsecurity erneut in den Fokus. Behrens betont, dass die Fankultur Gewalt ablehnen müsse – und dass diejenigen, die untätig bleiben, mit Konsequenzen seitens der Behörden oder Fußballverbände rechnen müssten.

Die Ministerin setzt sich seit Langem für strengere Sicherheitsvorkehrungen bei Risikospielen ein, eine Haltung, die sie bei manchen Fans unbeliebt macht. Sie argumentiert, dass der Einsatz von bis zu 2.000 Polizeibeamten für ein einziges Spiel weder praktikabel noch auf Dauer tragbar sei. Zum Vergleich führt sie an, dass andere Großveranstaltungen – etwa Festivals – mit deutlich weniger Personal sicher durchgeführt werden könnten.

Ihr jüngster Appell zielt auf einen Mentalitätswandel in den Fangruppen ab. Statt sich auf eine starke Polizeipräsenz zu verlassen, erwartet Behrens, dass die Ultras selbst Verantwortung übernehmen, indem sie gewaltbereite Personen identifizieren und ausschließen. Gewalt, so ihre klare Botschaft, habe in der Fankultur nichts verloren und dürfe von niemandem geduldet werden, der Spiele besucht.

Konkrete Sicherheitsmaßnahmen für das Freitagsspiel wurden zwar noch nicht bekannt gegeben, doch bei ähnlichen Risikobegegnungen an anderen Orten gab es bereits strenge Kontrollen. Dazu zählten etwa die Trennung rivalisierender Fangruppen, Pyrotechnik-Verbote sowie der Einsatz von Drohnen oder Hubschraubern zur Überwachung. Zudem ging die Polizei in der Vergangenheit hart gegen Ausschreitungen in Zügen und gewalttätiges Verhalten in Stadtnähe vor.

Behrens bleibt unnachgiebig: Sollten die Fangruppen nicht handeln, würden Politiker und Fußballinstitutionen eingreifen. Ihr Ziel ist klar – die Polizeipräsenz in den Stadien zu reduzieren und stattdessen die Sicherheit durch die Fans selbst zu gewährleisten.

Das Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig wird zeigen, ob die Fangruppen sich selbst regulieren können, wie Behrens es fordert. Ihre Warnungen deuten an, dass ein Scheitern bei der Eindämmung von Gewalt zu noch schärferen externen Maßnahmen führen könnte. Bis dahin liegt der Fokus auf dem Freitagsspiel – und darauf, ob die Anhänger den Aufruf zum Umdenken ernst nehmen.

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