Preisexplosion bei Personalausweisen 2026: Warum Leipzig gegen die Bundesdruckerei rebelliert
Maria-Theresia ThanelLeipzig streitet mit Bundesregierung über erhöhte Kosten für Personalausweise - Preisexplosion bei Personalausweisen 2026: Warum Leipzig gegen die Bundesdruckerei rebelliert
Preis für Personalausweise steigt 2026 stark an – Streit zwischen Kommunen und Bundesdruckerei
Die Kosten für deutsche Personalausweise sind 2026 deutlich gestiegen und haben einen Konflikt zwischen lokalen Behörden und der Bundesdruckerei ausgelöst. Erwachsene zahlen nun 46 Euro statt bisher 37 Euro, während unter 24-Jährige 27,60 Euro statt 22,80 Euro berappen müssen. Die Stadt Leipzig weigert sich, die Mehrkosten zu übernehmen, und steht damit im Clinch mit der Bundesdruckerei.
Auslöser des Streits war die Erhöhung der Produktionsgebühren für Personalausweise durch die Bundesdruckerei. Für Antragsteller unter 24 Jahren verlangt die Behörde nun 29,61 Euro pro Dokument von den Kommunen – doch diese dürfen gesetzlich nur 27,60 Euro von den Bürgern erheben. Es bleibt somit eine Lücke von 2,01 Euro pro Ausweis, die Leipzig nicht ausgleichen will.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung betonte, dass Kommunen nicht für Kostensteigerungen des Bundes aufkommen sollten. Seine Verwaltung überweist weiterhin nur den alten Betrag von 27,23 Euro an die Bundesdruckerei und fordert, dass die Bundesregierung die Differenz ausgleichen müsse. Der Deutsche Städtetag unterstützt Leipzigs Haltung und argumentiert, dass Städte nicht mit unerwarteten finanziellen Belastungen allein gelassen werden dürften.
Das Bundesinnenministerium verteidigt hingegen das bestehende System und bestätigt, dass die Bundesdruckerei die höheren Gebühren in Rechnung stellt. Gleichzeitig wirft der Deutsche Städtetag die grundsätzliche Frage auf, ob Pass- und Ausweisdienstleistungen künftig zentraler organisiert werden sollten.
Der Streit offenbart die Spannungen zwischen kommunaler und bundesweiter Verantwortung bei den Kosten für Personalausweise. Da Leipzig die Differenz nicht zahlt, bleibt die Bundesdruckerei vorerst auf den Ausfällen sitzen. Ohne eine Lösung könnten ähnliche Konflikte auch in anderen Kommunen drohen, die mit denselben Gebührenerhöhungen konfrontiert sind.