Pyrotechnik im Fußball: Warum alle Lösungsversuche bisher scheiterten
Evangelos RörrichtPyrotechnik im Fußball: Warum alle Lösungsversuche bisher scheiterten
Das Problem mit Pyrotechnik in Fußballstadien bleibt trotz laufender Diskussionen ungelöst. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat die Handhabung jüngster Vorfälle kritisiert, darunter das DFB-Pokalfinale im Mai. Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen einzuführen.
Herbert Reul setzt sich seit fast einem Jahrzehnt mit fußballbezogener Gewalt auseinander. Sein Eindruck: Bei der Bekämpfung des Problems gab es kaum Fortschritte. Nach dem DFB-Pokalfinale warf er dem Schiedsrichter vor, das Spiel trotz Pyrotechnik nicht unterbrochen zu haben.
Reul fordert nun die Vereine auf, ihre Anstrengungen zu verstärken. Er plädiert für strengere Kontrollen, Durchsuchungen in den Ultra-Fanblöcken und bessere Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen zu verhindern. Die Vereine hingegen argumentieren, dass flächendeckende Kontrollen kaum umsetzbar seien.
Bisherige Bußgelder für Pyrotechnik haben sich als wirkungslos erwiesen. Auch Pilotprojekte mit Detektoren brachten kaum Erfolge. Die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ diskutiert weiterhin über Sanktionen, hat aber noch keinen Plan für eine konsequentere Durchsetzung vorgelegt. Die IMK bestätigt, dass die Vorfälle im Mai ihre Haltung nicht geändert haben – neue Maßnahmen sollen vermieden werden. Das Thema wird nun auf der Herbstkonferenz erneut aufgegriffen.
Pyrotechnik gilt nach wie vor als eines der größten Sicherheitsrisiken im Fußball. Keine einzelne Lösung oder Gruppe kann das Problem allein bewältigen. Vorerst werden keine zusätzlichen Maßnahmen umgesetzt – die Debatte wird später in diesem Jahr fortgeführt.






