Sieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde Chemieindustrie
Claudius KeudelSieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde Chemieindustrie
Sieben deutsche Bundesländer haben die Bundesregierung aufgefordert, dringend Maßnahmen zur Unterstützung der krisegeplagten Chemieindustrie zu ergreifen. Der von Niedersachsens Wirtschaftsministerium angeführte Appell warnt vor schweren wirtschaftlichen Schäden und massiven Arbeitsplatzverlusten, falls nicht schnell gehandelt werde.
Die Länder kritisierten die "Chemie-Agenda 2045" der Regierung als unzureichend, da konkrete Lösungsansätze fehlten. Sie forderten umgehende Schritte, darunter wettbewerbsfähige Strom- und Gaspreise, um die finanzielle Belastung der Hersteller zu verringern.
Zudem wurde eine vorübergehende Aussetzung der Industrieemissionsrichtlinie (IED) beantragt. Die Länder argumentierten, dass strengere Vorschriften die Branche in dieser kritischen Phase zusätzlich belasten würden.
Darüber hinaus verlangten sie beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die kostenlosen Emissionszertifikate sollten laut Vorschlag auf dem Niveau von 2025 bleiben. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betonte, wie wichtig eine zügige Umsetzung sei, um dauerhafte Schäden für die Industrie zu verhindern.
Die Länder bekräftigten ihre Bereitschaft, mit der Bundesregierung an langfristigen Lösungen zu arbeiten. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass die Chemie-Agenda nun durch klare, umsetzbare Maßnahmen untermauert werden müsse.
Die gemeinsame Forderung unterstreicht die wachsende Sorge um die Zukunft des Chemiesektors. Ohne Entlastungsmaßnahmen drohten tiefgreifende wirtschaftliche Folgen und weitere Stellenstreichungen, warnten die Länder. Die Bundesregierung hat sich zu den Vorschlägen bisher noch nicht geäußert.






