Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen nach medizinischer Rettung für sein Land
Claudius KeudelSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen nach medizinischer Rettung für sein Land
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Die Reise markierte eine Rückkehr in das deutsche Krankenhaus, in dem er einst fünf Jahre lang als Neurochirurg ausgebildet wurde. Im Mittelpunkt seines Besuchs stand die Erkundung künftiger medizinischer Kooperationen zwischen Syrien und Deutschland.
Während des Aufenthalts traf al-Ali mit Professor Ralf Buhl zusammen, dem Chefarzt der Neurochirurgie und seinem ehemaligen Mentor. Beide erörterten mögliche Partnerschaften, darunter ein Austauschprogramm für junge syrische Fachkräfte, die eine weiterführende Ausbildung anstreben.
Al-Ali genehmigte zudem kurzfristige Einsätze für syrische Ärztinnen und Ärzte im Ausland, die vorübergehend in ihre Heimat zurückkehren sollen, um die lokale Gesundheitsversorgung zu verbessern. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund schwerer medizinischer Engpässe in Syrien, wo viele Krankenhäuser zerstört, Ausrüstungen knapp und qualifiziertes Personal Mangelware sind.
Die eigene Karriere des Ministers spiegelt die Herausforderungen wider, vor denen der syrische Gesundheitssektor steht. Nach Abschluss seiner Ausbildung in Solingen kehrte er 2025 nach Syrien zurück und wurde später Gesundheitsminister. Sein Besuch folgt auf Berichte, wonach über 6,8 Millionen Syrer – darunter viele hochqualifizierte Fachkräfte – das Land verlassen haben. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Ärzte im Ausland 10.800 Operationen durch, was den durch Abwanderung entstandenen Fachkräftemangel unterstreicht.
Die Gespräche in Solingen könnten zu einer offiziellen Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum und dem syrischen Gesundheitsministerium führen. Bei Erfolg könnte das Austauschprogramm dazu beitragen, das stark belastete Gesundheitssystem Syriens wiederaufzubauen. Vorerst bietet al-Alis Zustimmung zu den Kurzzeiteinsätzen eine vorübergehende Lösung, um die Gesundheitskrise im Land zu lindern.






