UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt ab
Claudius KeudelUniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt ab
UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank
Die italienische Großbank UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt und bietet Aktionären 30,80 Euro pro Aktie. Der Vorstoß stößt jedoch auf Widerstand bei der deutschen Bundesregierung und den Gewerkschaften, die Arbeitsplatzverluste und negative Auswirkungen auf den Bankbetrieb befürchten.
Die Ankündigung vom 17. März trieb den deutschen Leitindex DAX um 0,53 Prozent auf 23.574 Punkte nach oben. Doch politische Gegenwehr und Marktunsicherheiten lassen die Zukunft des Deals ungewiss erscheinen.
Das Angebot von UniCredit bewertet die Commerzbank mit einem Aufschlag von 4 Prozent auf den aktuellen Aktienkurs. Investoren würden für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien erhalten.
Der Übernahmeversuch folgt auf monatelangen Druck durch UniCredit-Chef Andrea Orcel, der mittlerweile fast 30 Prozent der Commerzbank-Anteile kontrolliert. Er hat die Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp trotz deren Vorbehalten an den Verhandlungstisch gedrängt.
Die deutsche Regierung blockiert Übernahmeversuche bereits seit September 2024. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte Anfang 2025, Berlin stehe hinter "einer starken und unabhängigen Commerzbank". Auch im März 2026 halten die Verantwortlichen an ihrer Ablehnung fest – selbst nach dem offiziellen Angebot von UniCredit.
Die Gewerkschaft Verdi lehnt den Deal ebenfalls ab und warnt vor möglichen Stellenstreichungen und langfristigen Schäden für das Unternehmen. Ein formelles Angebot wird im Mai erwartet; die weitere Entwicklung des DAX hängt von politischen und unternehmerischen Reaktionen ab.
Die Marktstimmung bleibt gemischt: Während Bayer und Siemens Energy von positiven Nachrichten profitierten, belasteten höhere Ölpreise zyklische Werte. Lufthansa, TUI und Beiersdorf verloren, da die Reise- und Konsumgüterbranche unter Druck geriet.
Technische Analysten verweisen darauf, dass der DAX unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Punkten bleibt. Ein Fall unter die Marke von 22.900 Punkten könnte weitere Verkäufe auslösen und die angespannte Marktlage verschärfen.
Das Übernahmeangebot hat einen Konflikt zwischen UniCredits Expansionsplänen und dem deutschen Widerstand ausgelöst. Die Zukunft der Commerzbank hängt nun von Verhandlungen, regulatorischen Entscheidungen und der Reaktion der Aktionäre ab.
Angesichts der verhaltenen DAX-Reaktion wird das Ergebnis des Deals in den kommenden Monaten das Marktvertrauen prägen. Das für Mai erwartete formelle Angebot wird zeigen, ob sich der politische Widerstand oder der Druck der Investoren durchsetzt.