UniCredit will Commerzbank-Anteil auf über 30 Prozent erhöhen – ohne volle Übernahme
Claudius KeudelVerdi: Ablehnung der Commerzbank-Übernahme durch Unicredit - UniCredit will Commerzbank-Anteil auf über 30 Prozent erhöhen – ohne volle Übernahme
UniCredit plant Aufstockung seines Commerzbank-Anteils durch freiwilligen Aktientausch
Die italienische Großbank UniCredit hat Pläne bekannt gegeben, ihren Anteil an der Commerzbank durch einen freiwilligen Aktientausch zu erhöhen. Die Bank hält bereits 26 Prozent des deutschen Geldinstituts und strebt an, mehr als 30 Prozent zu erwerben – ohne jedoch die volle Kontrolle zu übernehmen. Die Gewerkschaft Verdi warnt indes vor möglichen Arbeitsplatzverlusten, sollte das Vorhaben umgesetzt werden.
UniCredit ist derzeit mit einem direkten Anteil von 26 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank. Nun beabsichtigt die Bank, im Mai ein formelles Übernahmeangebot vorzulegen, das einen Tausch aller verbleibenden Aktien vorsieht. Gleichzeitig betont sie, dass es sich nicht um eine vollständige Übernahme handeln werde.
Die Gewerkschaft Verdi, die die Commerzbank-Mitarbeiter vertritt, hat wiederholt vor schweren Folgen gewarnt. Sie rechnet mit "massiven Stellenstreichungen", falls UniCredit größeren Einfluss gewinnt – besonders vor dem Hintergrund der kürzlich von der Commerzbank angekündigten rund 3.900 geplanten Entlassungen. Die Gewerkschaft argumentiert, eine unabhängige Commerzbank biete besseren Schutz für Arbeitsplätze und Stabilität.
UniCredit hält dagegen fest, dass das Ziel darin bestehe, den Anteil auf etwas über 30 Prozent auszubauen, ohne die vollständige Kontrolle zu übernehmen. Die Strategie deute darauf hin, dass die Bank ein strategisches Interesse an den Geschäften der Commerzbank hat, ohne die volle Verantwortung für Personalentscheidungen tragen zu wollen.
Der geplante Aktientausch hat Befürchtungen um die Arbeitsplatzsicherheit bei der Commerzbank geschürt. Verdi setzt sich weiterhin für die Unabhängigkeit der Bank ein und verweist auf die Risiken groß angelegter Stellenabbauprogramme. UniCredits formelles Angebot, das für Mai erwartet wird, wird über die nächsten Schritte beider Institute entscheiden.