18 March 2026, 18:24

Agravis Raiffeisen dringt mit neuer Strategie in Süddeutschland vor

Eine handgezeichnete Karte von Surgensburg, Deutschland, die eine Farm in einem Feld zeigt, umgeben von Häusern, Bäumen und Himmel, mit dem Text "Surgensburg, Deutschland - Landschaft einer Farm".

Agravis Raiffeisen dringt mit neuer Strategie in Süddeutschland vor

Agravis Raiffeisen AG dringt in Süddeutschland vor und baut Agrarhandelsgeschäft aus

Die Agravis Raiffeisen AG expandiert in den süddeutschen Markt und stärkt damit ihr Agrarhandelsgeschäft. Das Unternehmen, das bereits die Nummer zwei in der Branche ist, konzentriert sich nun auf Bayern und Baden-Württemberg. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der größte Konkurrent, die BayWa AG, mit finanziellen Problemen und rückläufigen Umsätzen kämpft.

In den vergangenen fünf Jahren hat Agravis kontinuierlich Marktanteile gewonnen. Zwischen 2021 und 2025 stieg der Anteil des Unternehmens von 18 auf 21 Prozent, während Wettbewerber wie die BayWa mit rund 20 Prozent stagnierten. Raiffeisen Waren, ein weiterer wichtiger Akteur, verlor im selben Zeitraum Marktanteile und kam nur noch auf 12 Prozent.

Bisher lag der Schwerpunkt der Unternehmensaktivitäten vor allem in den Regionen von den Niederlanden bis nach Polen, mit starken Positionen in Nordwest- und Ostdeutschland. Nun dringt Agravis in den süddeutschen Markt vor – allerdings nicht unter eigenem Namen. Stattdessen wird das Unternehmen als Partner lokaler Genossenschaften agieren.

Finanziell zeigt sich Agravis robust: Im letzten Geschäftsjahr blieb der Umsatz mit 8,4 Milliarden Euro stabil. Der Gewinn vor Steuern stieg zudem von 65 Millionen auf 70,1 Millionen Euro im Jahresvergleich.

Unterdessen ringt die aktuell marktführende BayWa AG mit Umstrukturierungsproblemen und hoher Verschuldung. Der Umsatz für die ersten neun Monate des Jahres 2025 sank auf 9,6 Milliarden Euro – ein Zeichen für die anhaltenden Schwierigkeiten in einer sich konsolidierenden Branche.

Die Expansion von Agravis in Süddeutschland markiert eine strategische Neuausrichtung im Agrarhandelssektor. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Genossenschaften statt eines eigenständigen Marktauftritts will das Unternehmen seine Präsenz festigen. Gleichzeitig unterstreicht der Schritt die stabile finanzielle Performance des Konzerns in einer Phase, in der der größte Konkurrent unter Druck gerät.

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