19 March 2026, 14:34

Villeroy & Boch mit Umsatzplus 2025 – doch 2026 droht der Absturz durch Nahost-Krise

Tortendiagramm, das den globalen Kunststoffmarkt im Jahr 2017 zeigt, mit Abschnitten, die verschiedene Industrien und ihre jeweiligen Wachstumsprozentsätze darstellen.

Iranischer Krieg belastet Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch mit Umsatzplus 2025 – doch 2026 droht der Absturz durch Nahost-Krise

Villeroy & Boch verzeichnet leichten Umsatzanstieg für 2025 – doch 2026 droht ein deutlicher Einbruch

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch meldet für das Jahr 2025 einen moderaten Umsatzzuwachs, doch für 2026 zeichnet sich ein deutlicher Rückgang ab. Wie aus dem aktuellen Finanzupdate des Unternehmens hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr zwar erhebliche Investitionen getätigt, doch die eskalierende Krise im Nahen Osten zwingt das Unternehmen nun zu einer deutlichen Korrektur seiner Gewinnprognose. Bereits jetzt leiden Gewinne und Umsätze in wichtigen Absatzmärkten unter den Handelsstörungen durch die regionale Instabilität.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Jahr 2025 stieg der Umsatz von Villeroy & Boch um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu und kletterte von 6,6 Millionen Euro (2024) auf 14,7 Millionen Euro. Zudem investierte das Unternehmen 45,8 Millionen Euro in Modernisierungen, darunter ein neues Lagersystem am Standort Merzig und fortschrittliche Brenntechnik in Torgau. Im Rahmen einer umfassenden Neuausrichtung des Produktionsnetzwerks wurde zudem die Schließung des Werks in Roeselare (Belgien) eingeleitet.

Für 2026 waren ursprünglich weitere Investitionen in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro vorgesehen. Doch die Zuspitzung des Nahost-Konflikts – insbesondere die US-israelische Offensive gegen den Iran Ende Februar 2026 – hat die Geschäftsaktivitäten schwer beeinträchtigt. Über 7.600 israelische Luftangriffe bis Mitte März sowie iranische Drohnenangriffe auf Golfstaaten haben die Handelsrouten zwischen Europa und der Region massiv destabilisiert. Trotz teilweiser Waffenruhen im Gazastreifen Ende 2024 und im Oktober 2025 lähmt der anhaltende Konflikt die wirtschaftliche Dynamik.

Die Folgen sind bereits in den aktuellen Zahlen von Villeroy & Boch spürbar: Die Umsätze in Israel und den Golfstaaten sind eingebrochen. Für April wird mit nur noch 30 Prozent des Vorjahresumsatzes gerechnet. Das bereinigte EBIT für 2026 wird nun auf 75 bis 85 Millionen Euro prognostiziert – ein Rückgang gegenüber 97,8 Millionen Euro im Vorjahr. Zudem erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang im "mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich".

Die anhaltende Golfkrise hat Villeroy & Boch gezwungen, die Prognose für 2026 drastisch nach unten zu korrigieren. Da aktuell weder aus Israel noch aus den Golfstaaten Umsätze generiert werden und die Handelswege gefährdet sind, wird sich die finanzielle Performance des Unternehmens weiter verschlechtern. Sowohl die bereinigten Erträge als auch der Gesamtumsatz dürften sinken – ein direkter Reflex der volkswirtschaftlichen Folgen des Konflikts.

Quelle