19 March 2026, 10:36

Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultfiguren – und spalten damit die Meinungen

Schwarzes und weißes Foto einer belebten Münchner Straße in den frühen 1900er Jahren mit Fußgängern, einem Pferdewagen, Gebäuden, Bäumen und Beschriftung unten.

Wenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultfiguren – und spalten damit die Meinungen

Mehrere bayerische Städte haben herkömmliche Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole ersetzt. Die Maßnahme verleiht den Straßen eine spielerische Note und hat gleichzeitig Diskussionen über Verkehrssicherheit und regionale Identität ausgelöst.

Die Anwohner begrüßen die Veränderungen, auch wenn nicht alle Vorschläge reibungslos umgesetzt wurden. Einige Entwürfe stießen zunächst auf Ablehnung, andere wurden ohne vollständige Genehmigung der Behörden installiert.

Der Trend begann vor Jahren in anderen Teilen Deutschlands. Mainz führte bereits im November 2016 seine Mainzelmännchen-Ampeln ein und setzte damit ein Beispiel. Bayern zog nach, wobei Städte eigene Varianten einführten.

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München zeigt seit Anfang 2025 im Stadtteil Lehel drei Ampeln mit dem Pumuckl. Straubing präsentiert den Bruder Straubinger, eine lokale Figur, während die Dachauer Ampelmännchen in traditioneller bayerischer Tracht gekleidet sind. In Deggendorf wirft eine Frau auf dem Signal Knödel, und Augsburgs Kasperl-Figur erforderte eine Sondergenehmigung der schwäbischen Landesregierung.

Nürnberg ging einen anderen Weg: Im Februar 2026 brachte die Stadt in der Äußeren Laufer Gasse eine Ampel mit Albrecht Dürers Feldhasen an – ohne vorher die Zustimmung der Landesregierung einzuholen. Hof hingegen musste Rückschläge hinnehmen, bevor das Design des Wärschtlamo-Wurstverkäufers schließlich genehmigt wurde. Zuvor war der Vorschlag aus Gründen der Verkehrssicherheit abgelehnt worden.

Das bayerische Innenministerium betont wiederholt seine Präferenz für standardisierte Ampeldesigns. Dennoch setzen sich die Städte für lokale Motive ein und argumentieren, dass diese den Gemeinschaftsgeist stärken.

Die individuellen Ampelfiguren sind zu einer humorvollen Möglichkeit geworden, um lokalen Stolz zu zeigen. Zwar benötigten einige Entwürfe zusätzliche Genehmigungen oder verzögerten sich, doch die Aktion kommt bei den Bürgern gut an. Die Debatte, wie Kreativität und Sicherheitsvorschriften in Einklang zu bringen sind, wird voraussichtlich weitergehen, während immer mehr Städte ähnliche Projekte in Erwägung ziehen.

Quelle