Energiepreise explodieren: Ölkonzerne kassieren Rekordgewinne, Verbraucher zahlen die Zeche
Evangelos RörrichtEnergiepreise explodieren: Ölkonzerne kassieren Rekordgewinne, Verbraucher zahlen die Zeche
Die globale Energiekrise hat sich zu Beginn des Jahres 2023 weiter verschärft: Ölkonzerne verzeichnen Rekordgewinne, während die Verbraucher mit explodierenden Kosten kämpfen. BP meldete im ersten Quartal einen Nettogewinn von 2,7 Milliarden Euro – mehr als das Doppelte desselben Zeitraums im Vorjahr. Gleichzeitig treiben steigende Spritpreise weltweit die Kosten für Lebensmittel und Transport in die Höhe.
Öl- und Gasunternehmen profitieren massiv von den hohen Preisen. BP verzeichnete im Vergleich zu 2022 einen deutlichen Gewinnsprung – ein Spiegelbild des allgemeinen Trends hoher Energiepreise. Deutschland, das stark von Importen abhängig ist, hat als Reaktion eine Übergewinnsteuer auf Energieunternehmen eingeführt und seit Russlands Angriff auf die Ukraine rund 2,5 Milliarden Euro eingenommen.
Die Krise trifft die Haushalte hart. Milliarden Menschen zahlen mehr für Kraftstoffe, während Grundgüter wie Düngemittel und Lebensmittel teurer werden. Experten warnen, dass bis Mitte des Jahres bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein könnten, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.
Regierungen suchen fieberhaft nach Lösungen. Südkoreas Präsident will das Stromnetz ausbauen und ein "Solar-Einkommens"-Programm einführen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Auch China hat seine Bemühungen im Bereich erneuerbarer Energien intensiviert: Die Exporte von Solarmodulen verdoppelten sich im März im Vergleich zum Februar.
Analysten stufen die aktuelle Krise als schwerwiegender ein als sowohl die Ölschocks der 1970er-Jahre als auch die Gasknappheit 2022 zusammen. In Deutschland fühlen sich mittlerweile fast 80 Prozent der Bevölkerung durch die Abhängigkeit von Energieimporten bedroht.
Von einer Entspannung der Energiekrise ist nichts zu spüren. Hohe Preise belasten die Haushaltskassen, und die Ernährungssicherheit gerät ins Wanken. Zwar setzen einige Länder auf erneuerbare Alternativen, doch für die Verbraucher bleibt die unmittelbare Situation hart. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Lage stabilisiert – oder weiter verschärft.






