Frankfurter Schule zahlt Tausende für Wachen – wegen sieben Zentimetern am Geländer
Frida StiebitzFrankfurter Schule zahlt Tausende für Wachen – wegen sieben Zentimetern am Geländer
Frankfurter Grundschule gibt Tausende Euro pro Woche für Sicherheitskräfte aus – wegen eines sieben Zentimeter zu kurzen Treppengeländers
Eine Grundschule in Frankfurt gibt derzeit wöchentlich Tausende Euro für Sicherheitskräfte aus – und das nur, weil das Geländer eines Treppenhauses sieben Zentimeter zu niedrig ist. Das seit einem Jahrhundert unveränderte Handlauf wurde bei einer kürzlichen Überprüfung beanstandet, woraufhin die Schule sofort handeln musste.
Das Problem kam ans Licht, als eine Routinekontrolle ergab, dass das Geländer lediglich 103 statt der vorgeschriebenen 110 Zentimeter misst. Laut den Muster-Richtlinien für Schulbauten, die 2009 aktualisiert wurden, müssen alle Schulgeländer diese Höhe einhalten, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Obwohl es nie zu Unfällen gekommen ist, muss die Stadt die gesetzlichen Vorgaben einhalten – unabhängig von den Kosten.
Zwölf Sicherheitskräfte wurden im Treppenhaus postiert, was die Schule wöchentlich rund 13.700 Euro kostet. Selbst in den Osterferien, wenn weniger Schüler anwesend sind, bleibt das Geländer bewacht – zu Kosten zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Die Wachen bleiben so lange im Einsatz, bis eine dauerhafte Lösung umgesetzt ist, was voraussichtlich zwei bis vier Wochen dauern wird.
Die kommissarische Schulleiterin Solmaz Heidlindemann nannte die Situation "sprachlos" und argumentierte, eine einfache und kostengünstige Maßnahme hätte das Geländer sichern können. Dennoch werden die aktuellen Vorkehrungen fortgesetzt, bis die Behörden eine "bauliche Lösung" genehmigen.
Die Schule steht nun vor wochenlangen hohen Sicherheitsausgaben, während auf eine langfristige Reparatur gewartet wird. Zwar hat das Geländer ein Jahrhundert lang sicher seinen Dienst getan, doch die gesetzlichen Anforderungen lassen keine Ausnahmen zu. Die Stadt muss entweder die Konstruktion anpassen oder weiter für die Bewachung zahlen, bis das Problem behoben ist.






