Merz stellt Kohleausstieg infrage – und setzt auf Gas und neue Kerntechnologien
Maria-Theresia ThanelMerz stellt Kohleausstieg infrage – und setzt auf Gas und neue Kerntechnologien
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel am geplanten Kohleausstieg Deutschlands geäußert. Seine Äußerungen fallen in eine Phase steigender Spannungen im Iran, die die Verbraucherpreise mit der schnellsten Rate seit dreieinhalb Jahren in die Höhe treiben. Gleichzeitig schlug Merz neue Maßnahmen vor, um die Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten, ohne die Ausbauziele für erneuerbare Energien aus den Augen zu verlieren.
In der Energiedebatte regte Merz an, den Betrieb bestehender Kohlekraftwerke zu verlängern. Diese könnten seiner Meinung nach während des Übergangs zu saubereren Energiequellen für Stabilität sorgen. Parallel dazu schlug er den Bau neuer gasbefeuerten Grundlastkraftwerke vor, um die erneuerbaren Energien zu unterstützen.
Einen kurzfristigen Wiedereinstieg in die Kernenergie schloss Merz zwar aus, ließ die Tür für künftige Technologien jedoch offen. Langfristig setze er Hoffnungen in die Entwicklung von Fusionsreaktoren. Zudem erwähnte er eine mögliche deutsche Beteiligung an der Erforschung modularer Mini-Reaktoren (SMR).
Die wirtschaftliche Lage verleiht der Diskussion zusätzliche Dringlichkeit. Für März wird ein Anstieg der Verbraucherpreise um 1,1 Prozent im Vergleich zum Februar erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat könnten die Preise sogar um 2,6 Prozent steigen – angetrieben auch durch die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die globalen Märkte.
Merz' Vorschläge zielen darauf ab, Energiesicherheit und Klimaziele in Einklang zu bringen. Dazu gehören die längere Laufzeit von Kohlekraftwerken sowie Investitionen in Gaskraft und zukünftige Kerntechnologien. Unterdessen wächst der Inflationsdruck weiter und prägt damit die energie- und wirtschaftspolitische Ausrichtung der Regierung.






