08 May 2026, 08:18

Jedes vierte Logistikunternehmen in Deutschland droht die Pleite – warum die Krise eskaliert

Balkendiagramm mit der Überschrift "Globaler Containerfrachtindex", das die jährlichen Containerfrachtmengen aus verschiedenen Jahren zeigt.

Jedes vierte Logistikunternehmen in Deutschland droht die Pleite – warum die Krise eskaliert

Deutscher Transport- und Logistiksektor steht vor wachsender Finanznot – jedes vierte mittelständische Unternehmen von Pleite bedroht

Die Transport- und Logistikbranche in Deutschland kämpft mit zunehmender finanzieller Belastung, viele Unternehmen stehen am Rande des Ruins. Wie aus einem aktuellen Bericht des Kreditversicherers Atradius hervorgeht, ist mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Transportunternehmen von der Insolvenz bedroht. Steigende Kosten, verzögerte Zahlungseingänge und gedämpfte Wachstumsprognosen verschärfen die Krise weiter.

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Die wirtschaftliche Lage der deutschen Logistikfirmen hat sich im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. Allein 2024 meldeten 469 Unternehmen der Branche Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Viele kämpfen mit massiven Liquiditätsengpässen, da sie zwar Treibstoff vorstrecken müssen, auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch Kunden aber bis zu 60 Tage warten.

Besonders hart trifft es kleinere Speditionen: Hohe Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und schmale Gewinnmargen setzen sie unter Druck. Die bisherigen Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung werden von Atradius als unzureichend bewertet – für die betroffenen Unternehmen bringen sie kaum Entlastung.

Auch die Aussichten für 2025 bleiben düster. Für den deutschen Transport- und Logistiksektor wird im kommenden Jahr ein Rückgang um 2,1 Prozent erwartet. Weltweit wurden die Wachstumsprognosen auf 2,4 Prozent nach unten korrigiert – ein ganzer Prozentpunkt weniger als noch in früheren Schätzungen. Sollten sich die Störungen in der Straße von Hormus über mehr als sechs Monate hinziehen, könnte das Wachstum in der Branche sogar vollständig zum Erliegen kommen.

Die Folgen sind bereits jetzt über die Transportbranche hinaus spürbar. Kurz- bis mittelfristig könnten die Lebensmittelpreise um bis zu zehn Prozent steigen, getrieben vor allem durch höhere Energiekosten, die sich auf die Lieferketten auswirken.

Mit steigenden Insolvenzzahlen und nachlassendem Wachstum steht die Transport- und Logistikbranche vor einem schwierigen Jahr. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sind gefährdet, da der finanzielle Druck weiter zunimmt und staatliche Hilfen nicht ausreichen. Die Belastung der Lieferketten könnte in den kommenden Monaten zudem die Verbraucherpreise in die Höhe treiben.

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