29 March 2026, 16:24

Merz bremst Kohleausstieg: Energiekrise verlängert fossile Abhängigkeit

Gruppe von Menschen mit einem "Fuck You Coal"-Plakat vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Bäumen, Fahnenmast und bewölktem Himmel im Hintergrund.

Merz bremst Kohleausstieg: Energiekrise verlängert fossile Abhängigkeit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat vorgeschlagen, den geplanten Kohleausstieg Deutschlands zu verlangsamen. Er argumentiert, dass Kraftwerke auf Kohlebasis aufgrund der Energiekrise länger in Betrieb bleiben müssten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Land den Umstieg auf erneuerbare Energien mit der anhaltenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als Reserveleistung in Einklang bringen muss. Der Vorschlag stößt bereits auf Widerstand der Grünen, die auf die Einhaltung des ursprünglichen Zeitplans pochen.

Merz warnte, Deutschland müsse den Bau von Gaskraftwerken beschleunigen, um die Energieversorgung zu sichern. Zudem betonte er, dass eine zu frühe Stilllegung von Kohlekraftwerken die industrielle Basis des Landes gefährden könnte. Nach aktuellem Plan wird der Braunkohleabbau in Regionen wie der Lausitz schrittweise eingestellt. Der Energiekonzern LEAG erhält dafür rund 1,75 Milliarden Euro Bundesmittel als Ausgleich für die Gestaltung des Wandels.

Die Grünen forderten Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, sich gegen Verzögerungen beim Kohleausstieg zu stellen. Sie unterstrichen die Notwendigkeit eines verlässlichen Plans, der Arbeitsplätze schützt und Investitionen in erneuerbare Energien fördert. LEAG selbst baut im Rahmen der Abkehr von der Kohle seine Wind- und Solarprojekte in der Lausitz aus.

Seit 2020 hat Deutschland seine Kapazitäten für erneuerbare Energien ausgebaut und strebt bis 2030 einen Ökostromanteil von 80 Prozent an. Dennoch spielen Gas- und Kohlekraftwerke weiterhin eine entscheidende Rolle, wenn die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen nicht ausreicht. Herausforderungen bleiben bestehen, darunter steigende Gaspreise – bis 2026 werden etwa 11 Cent pro Kilowattstunde erwartet – sowie Reformen, die den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben, während Gas für die Wärmeversorgung während des Übergangs zu Biogas und Wasserstoff verfügbar bleiben soll.

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Merz' Vorschlag, den Betrieb von Kohlekraftwerken zu verlängern, könnte den Zeitplan für den Kohleausstieg weiter nach hinten verschieben. Die Bundesregierung hat bereits Mittel für den Strukturwandel bereitgestellt, doch die Debatten über Zeitplan und Versorgungssicherheit dauern an. Jede Verzögerung hätte Auswirkungen auf den Energiesektor und die Klimaziele des Landes.

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