NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen Online-Kriminalität
Maria-Theresia ThanelNRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Ermittlungskompetenz massiv aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine große Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen zu stärken. Der Bundesland setzt verstärkt auf Open Source Intelligence (OSINT), um Verdächtige aufzuspüren und politisch motivierte Straftaten zu überwachen. Spezialisierte Teams – darunter ein neues Netzwerk unter dem Namen „Digitale Streife“ – wurden eingerichtet, um schnell eskalierende Bedrohungen mit digitaler Präzision zu bekämpfen.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Abteilung deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine 16-köpfige Einheit unter der Leitung des 42-jährigen Fabian Coenen. Seine Unterabteilung 22.2 umfasst IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler, die Onlinedaten für Ermittlungen auswerten.
Der Ausbau ist Teil einer umfassenderen Strategie. Im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“ wurden zehn neue Beamte beim LKA eingestellt, sechs davon in Coenens Team. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Polizeibehörden unterstützen mittlerweile OSINT-Operationen. Diese Einheiten liefern schnelle Rechercheergebnisse für dringende Fälle – insbesondere bei Verdachtsmomenten mit Bezug zur nationalen Sicherheit.
Ausbildung als zentraler Baustein Eine Schlüsselrolle spielt die Schulung der Beamten. Am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss leitet der 37-jährige Marc Restemeyer die OSINT-Ausbildung. Sein webbasiertes Programm, unterteilt in zehn Module, bereitet sowohl neue LKA-Rekruten als auch Beamte der „Digitalen Streife“ auf ihre Aufgaben vor. Ziel ist es, sie darin zu schulen, Verdächtige – etwa einen gesuchten Influencer – über Social-Media-Posts und Kommentare zurückzuverfolgen.
In Köln führt Swen Schubert die größte „Digitale Streife“-Einheit mit 18 Stellen an. Sechzehn davon sind Sachbearbeiterpositionen, auf die sich bundesweit über 60 Bewerber gemeldet hatten. Die 28-jährige Laura Ellrich, die 2022 in den Staatsschutz des LKA wechselte, gehört mittlerweile zu Coenens OSINT-Team.
Mehr Kompetenz gegen digitale Kriminalität Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen Wandel in der Bekämpfung digitaler Bedrohungen durch die nordrhein-westfälische Polizei. Mit spezialisierten Teams, zielgerichteter Ausbildung und einer wachsenden Belegschaft ist die Behörde nun besser gerüstet, um auf Online-Straftaten zu reagieren. Die Initiative soll Schritt halten mit den rasant wachsenden Sicherheitsherausforderungen im digitalen Raum.






