Tschechien boomt – doch EU-Regeln und China-Risiken drohen den Aufschwung zu bremsen
Claudius KeudelTschechien boomt – doch EU-Regeln und China-Risiken drohen den Aufschwung zu bremsen
Die tschechische Wirtschaft ist seit dem Jahr 2000 rasant gewachsen – das Pro-Kopf-BIP hat sich in 25 Jahren fast vervierfacht. Der ehemalige Ministerpräsident Andrej Babiš führt diesen Erfolg auf einen starken Industriesektor und enge Verflechtungen mit europäischen Lieferketten zurück. Gleichzeitig warnt er, dass übermäßige EU-Regulierung den künftigen Fortschritt gefährde.
Zwischen 2000 und 2025 expandierten die Automobil- und Maschinenbauindustrien des Landes schneller als in weiten Teilen Europas. Über 80 Prozent der Produktion wurden exportiert, wobei Großunternehmen wie Škoda Auto (im Besitz von Volkswagen) eine Schlüsselrolle spielten. Die Tschechische Republik entwickelte sich zudem zu einem wichtigen Zulieferer für Deutschland, insbesondere für die Industriezentren in Sachsen.
Doch in jüngster Zeit mehren sich die Herausforderungen: Škoda Auto hat seine Aktivitäten in China zurückgefahren – ein Zeichen für den allgemeinen Rückgang der EU-Exporte in das Land um 34 Prozent. Zudem belasten Sorgen über manipulierte Gebrauchtwagenimporte aus Tschechien den Sektor zusätzlich.
Babiš kritisiert, dass die EU mit ideologisch geprägten Vorhaben wie dem Emissionshandel oder Verbrennerverboten das Wirtschaftswachstum bremse. Er fordert weniger Vorschriften, mehr Investitionen in strategische Branchen und bezahlbare Energie. Die Einführung des Euro lehnt er ab, da er für die Tschechische Republik keinen Nutzen sehe.
In der EU-Politik betont Babiš die Notwendigkeit strengerer Grenzkontrollen und Entscheidungen, die näher an den Mitgliedstaaten getroffen werden. Nationale Souveränität müsse Vorrang vor zentralistischen EU-Politikansätzen haben, so seine Überzeugung.
Der Aufstieg der tschechischen Wirtschaft basiert auf Industrie, Exporten und qualifizierten Arbeitskräften. Doch Babiš warnt, dass EU-Überregulierung und sich wandelnde globale Handelsströme nun Risiken bergen. Seine Lösungsvorschläge zielen auf Bürokratieabbau, die Sicherung der Energieversorgung und eine Neubewertung umstrittenen Klimapolitik ab.






